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Klinikkonzept

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Aktuell: Handout zu PITT
Zu einem Workshop auf der 11. Jahrestagung 2009 der DeGPT (Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie)  in dem das Therapiekonzept der Klinik vorgestellt wurde, erarbeiteten Frau PD Dr. Ursula Gast und das gesamte Team der Klinik ein ausführliches 50-seitiges Handout über das Behandlungskonzept PITT (Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie) und allen Therapieangeboten der Klinik. Diese gebundene Schrift kann gegen eine Spende zugesandt werden. (siehe unter Klinik Bielefeld)

Wenn Sie einmal hineinschauen möchten:
Download Inhaltsverzeichnis und Einleitungsartikel von Ursula Gast über PITT in der Klinik (PDF 214kb)

Das Behandlungskonzept der Klinik ist auf Frau Prof. h.c. Dr. med. Luise Reddemann zurückzuführen, die von 1984 bis 2003 die Klinik leitete. Sie entwickelte ein Konzept, das besonders für traumatisierte Menschen hilfreich ist.
Mit unserem Verein möchten wir die Arbeit in der Klinik, das Behandlungskonzept und dessen Weiterentwicklung und Weiterverbreitung unterstützen, soweit es in unseren Möglichkeiten liegt.
Der Name Traum-Haus wurde von den Gründerinnen des Vereins mit Bedacht gewählt. Im Logo kann man im Giebel des Traum-Hauses ein kleines a erkennen, das anzeigt, dass im Traum-Haus die Folgen des Traumas einen geschützten Platz haben, ohne dass das Trauma selbst in den Vordergrund gerückt wird. Durch eine sinnvolle Therapie kann das Trauma so transformiert werden, dass auch Lebensträume wieder möglich sind.

Traumatisierte Menschen leiden oft ihr Leben lang unter der Last der Erinnerungen, von denen sie immer wieder überschwemmt werden und die sie wie im Hier und Jetzt erleben. Die Folgen sind Schlafstörungen, Ängste, Panikattacken und erhebliche Einschränkungen im Alltag.
Die herkömmlichen Therapiemethoden haben häufig nur begrenzt Linderung geschaffen, zum Teil sogar das Leiden eher vergrößert als erleichtert, indem der Blick hauptsächlich auf das Schwere gerichtet wurde. Es ist aber ein Erfahrungsgesetz, dass das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, mehr Raum und Bedeutung gewinnt als der Rest. Und so gerieten die Ressourcen, die Fähigkeiten und Selbstheilungskräfte der Betroffenen nicht selten aus dem Blickfeld und verkümmerten, während das Leiden ein Gewicht bekam, das ihm nicht zusteht. Ein Mensch kann nur leben, wenn er zu einem hohen Prozentsatz gesund ist. Das wird leider oft zu wenig gewürdigt. Menschen, die sehr Schweres, Lebensbedrohliches erleben mussten und überlebt haben, haben immer Wege und Fähigkeiten entwickelt, wie sie mit dem Schweren umgehen können – sonst würden sie nicht mehr leben.
Einer der Grundsätze von Prof. Dr. Reddemann ist deshalb, dass sie von den Fähigkeiten und Ressourcen statt von den Defiziten der Betroffenen in ihrer Therapie ausgeht. Durch Erfragen und Beobachten der Möglichkeiten, die ihre Patientinnen entwickelt haben, um mit und nach dem Trauma leben zu können, durch kritische Einbeziehung des vorhandenen Wissens über psychische und körperliche Zusammenhänge fand sie immer mehr Möglichkeiten, wie das Schwere leichter gemacht werden kann, wobei sie für die Psychotherapie insbesondere die Heilkraft von Imaginationen betont.
Grundsätzlich geht es in der Traumatherapie darum, drei Behandlungsphasen konsequent umzusetzen: Die wichtigste ist die Stabilisierungsphase, in der es um Sicherheit geht, sowohl äußerliche als auch innere Sicherheit und Sicherheit in der therapeutischen Beziehung. Stabilisierung ist auch in den beiden folgenden Phasen immer wieder notwendig, wenn es in der Therapie zur Begegnung mit dem Trauma kommt und anschließend das Trauma verarbeitet wird, so dass es als eine Erinnerung, als ein vergangenes Ereignis in den Lebenszusammenhang eingeordnet werden kann und das gegenwärtige Leben sich dann davon frei und ungehindert entfalten kann.

Jeder Mensch ist einzigartig, mit eigenen Kraftquellen ausgestattet, hat eigene Probleme und eigene Lösungswege. Um möglichst vielen Menschen gerecht werden zu können, ist es darum wichtig, dass das Therapieangebot eine Vielfalt von Möglichkeiten umfasst, um das für den jeweiligen Menschen hilfreiche Behandlungskonzept individuell auswählen zu können.
Das Therapieangebot in der Klinik ist sehr reichhaltig: Jede Patientin/ jeder Patient ist in eine der Gesprächsgruppen eingebunden, die unterschiedlich strukturiert sind und unterschiedliche Ziele verfolgen. Dazu kommen Kreativtherapien wie Bewegungstherapie und Kunstpsychotherpie. Begleitend werden meditative Übungen zur Stressbewältigung, Qi Gong und Selbst-Breema (Übungen zur achtsamen Körperwahrnehmung) angeboten. Aromatherapie, Singen, Walken und ein „Offenes Atelier“ runden das Programm ab.  Die eigenen Traumata werden ausschließlich in der Einzeltherapie (ein- bis zweimal pro Woche) angesprochen und bearbeitet. Regelmäßige Fortbildungen aller MitarbeiterInnen der Klinik ermöglichen ein ganzheitliches, in Weiterentwicklung begriffenes Behandlungskonzept, an dem alle zusammen mitarbeiten.

Frau Prof. Dr. Reddemann trug sehr viel dazu bei, dass im psychotherapeutischen Denken zunehmend die Kraftquellen von PatientInnen berücksichtigt und gefördert werden. Ihr Behandlungskonzept ist zum Vorbild für viele Trauma-Stationen in Kliniken geworden. Sie verließ Ende 2003 die Klinik, um sich verstärkt der Lehre ihres Psychotherapieansatzes widmen zu können.

Ihre Nachfolgerin, Frau PD Dr. Ursula Gast leitete die Klinik von 2004 bis 2009. Sie festigte das Therapiekonzept und entwickelte es weiter.

Seit Mitte 2009 ist Frau Dr. med. Andrea Möllering Leitende Ärztin der Klinik. Sie arbeitet auf der Grundlage des Therapiekonzeptes ihrer Vorgängerinnen. Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen (einschließlich DIS) bleiben weiterhin ein Schwerpunkt der Klinik.